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Hacker erbeuten 6,3 Mrd. Dollar bei Binance. Ist deine Krypto sicher?

Hacker haben am 29. Oktober 2026 rund 6,3 Milliarden Dollar von Binance abgezogen, der größte jemals verzeichnete Krypto-Diebstahl. Binance erklärt, die Gelder der Nutzer seien sicher, man habe 6,34 Milliarden Dollar zur Deckung der Verluste zurückgelegt, und Auszahlungen seien ausgesetzt. Was das für Coins auf einer Börse bedeutet und wann sich eine Hardware-Wallet lohnt.

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Eine besorgte Frau drückt nachts ihre Hände gegen die verschlossene Glastür eines Kryptobörsen-Büros, während drinnen aus einem geleerten Tresor mit einem in die Rückwand gesprengten Loch eine Spur aus Goldmünzen rieselt

Wenn du Krypto auf Binance hältst: Die Börse sagt, die Kundengelder seien sicher und sie werde alle Verluste aus dem Hack von rund $6.3 Milliarden übernehmen. Der Angriff begann am Abend des 29. Oktober 2026 (UTC). Stand Nachmittag des 30. Oktober (UTC) kannst du deine Coins nicht abziehen: Binance hat Auszahlungen ausgesetzt, Einzahlungen funktionieren weiterhin. Laut einem Update, das Binance mit CoinDesk geteilt hat, hat die Börse inzwischen mehr als $6.34 Milliarden aus eigenen Mitteln zurückgelegt, um die Kundenguthaben wiederherzustellen, davon $5 Milliarden bereits in genau den Token, die gestohlen wurden. Der eigens dafür eingerichtete Sicherheitsfonds deckt weniger als ein Fünftel des Schadens, den Großteil tragen also die Firmenmittel. Dieses Versprechen kannst du noch nicht überprüfen: Den Beleg liefert erst der nächste Proof-of-Reserves-Bericht von Binance, die öffentliche Aufstellung der Kundenvermögen.

Was bei Binance passiert ist

Ab 20:05 Uhr koordinierter Weltzeit (UTC) am 29. Oktober zog ein Angreifer laut dem Blockchain-Analyseunternehmen TRM Labs rund $6.36 Milliarden aus Binance-Wallets auf zehn Blockchains ab, den Großteil davon in etwa 20 Minuten. TRM spricht vom größten bekannten Krypto-Diebstahl, etwa viermal so groß wie der Bybit-Hack über $1.5 Milliarden im Februar 2025. Den Bybit-Diebstahl schrieb das FBI Nordkorea zu.

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Binance selbst schätzt den Schaden auf „rund $6.3 Mrd.“ Nach ersten Erkenntnissen „könnte der Angriff mit dem kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs zusammenhängen“, über den der Angreifer einen Service-Container erreichte und Auszahlungen auslöste, die die Börse nie freigegeben hatte. Inzwischen sagt Binance, die Untersuchung habe über den Laptop hinaus „weitere Einfallstellen aufgedeckt“, wie The Hacker News berichtete. Man habe „keine Hinweise auf ein Leck privater Wallet-Schlüssel“ gefunden, und Binance hat eine vollständige technische Nachanalyse versprochen.

Ein Großteil des Geldes stammte aus Hot Wallets, also den mit dem Internet verbundenen Wallets, über die eine Börse Kundenauszahlungen abwickelt. Nach Einschätzung von TRM ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass der Angreifer das Signiersystem der Binance-Hot-Wallets dazu brachte, über mehrere Chains hinweg Transaktionen seiner Wahl zu signieren.

Ist dein Geld auf Binance sicher?

Die schriftliche Antwort von Binance in ihrem Update vom 30. Oktober: „Binance wird alle Verluste aus dem SAFU-Fonds und den Mitteln des Unternehmens decken. Die Gelder der Nutzer sind sicher.“ SAFU steht für Secure Asset Fund for Users, eine Reserve von $1 Milliarde, die Binance im Februar 2026 vollständig in 15,000 Bitcoin umgewandelt hat. Beim Bitcoin-Schlusskurs vom 29. Oktober von $77,775 sind 15,000 Bitcoin etwa $1.17 Milliarden wert, der Fonds allein deckt also weniger als ein Fünftel des Schadens. Deshalb kommt es auf die größere Zahl an:

PostenBetragQuelle der Angabe
Geschätzter Gesamtschadenrund $6.3 MilliardenBinance
Bisher on-chain eingefrorenrund $3 MilliardenBinance
Zurückgelegte Firmenmittel zur Wiederherstellung der Guthabenmehr als $6.34 MilliardenBinance, laut CoinDesk
Davon bereits in den gestohlenen Token gehalten$5 MilliardenBinance, laut CoinDesk
SAFU-Fonds (15,000 BTC, Stand Februar 2026)rund $1.17 Milliarden zum Schlusskurs vom 29. OktoberThe Block; Kurs laut Yahoo Finance

Laut Binance sind eingefrorene Vermögenswerte in den $6.34 Milliarden nicht enthalten; die restlichen Token kaufe man an öffentlichen Märkten und außerbörslich (OTC) zu. Eine Sprecherin oder ein Sprecher sagte CoinDesk: „Letztlich werden alle Nutzergelder öffentlich über unseren Proof of Reserves verifiziert.“

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Eingefroren heißt nicht zurückgegeben. Stablecoin-Emittenten können ihre eigenen Token in der Wallet eines Angreifers sperren: Tether und Circle, die Unternehmen hinter den an den Dollar gekoppelten Token USDT und USDC, froren laut Zählung von TRM rund $1.77 Milliarden beziehungsweise $825 Millionen ein. Nach Angaben von TRM hält der Angreifer noch mehr als 420,000 Ether (ETH) und 18,270 Bitcoin (BTC), rund $2.4 Milliarden, die kein Emittent einfrieren kann. Elliptic beziffert den nicht einfrierbaren Betrag höher, auf rund $3.33 Milliarden.

Bitcoin fiel am 29. Oktober (UTC) um 4.3% und schloss bei $77,775, nach $81,268 am Vortag. Der Hack begann erst spät an diesem UTC-Tag, um 20:05 Uhr, die Tageszahl enthält also auch Kursbewegungen von davor.

Wann sind Auszahlungen bei Binance wieder möglich?

Binance-Co-CEO Yi He veröffentlichte laut FinanceFeeds am 30. Oktober um 04:17 Uhr UTC auf X ein Service-Update: „Wir rechnen damit, innerhalb der nächsten 48 Stunden mit der Wiederaufnahme der Auszahlungsdienste zu beginnen.“ Dieses Zeitfenster reicht bis etwa 04:17 Uhr UTC am 1. November, und es geht um einen Start, nicht um eine vollständige Wiedereröffnung. Binance knüpfte den Neustart an eine „Sicherheitsüberholung des Auszahlungsdienstes und der zugehörigen Adressen“, wie The Hacker News berichtete. Das schriftliche Update von Binance vom 30. Oktober nennt kein Datum und sagt nur, Auszahlungen seien ausgesetzt, „während die Sicherheitsprüfungen abgeschlossen werden“. Frühe Berichte, darunter von The Hacker News, meldeten, auch Einzahlungen seien ausgesetzt; laut dem aktuellen Binance-Update sind Einzahlungen nicht betroffen und funktionieren normal. Binance bittet die Nutzer, sich „für Updates ausschließlich auf offizielle Binance-Kanäle zu verlassen“. Gleiche jede Meldung zu Auszahlungen und jede Nachricht, die dir einen schnelleren Ausweg anbietet, mit der offiziellen Ankündigungsseite von Binance ab.

Wer dahintersteckt

TRM schreibt den Angriff mit hoher Sicherheit TraderTraitor zu, nach Worten von TRM „Nordkoreas Elite-Hackereinheit“. Auch Chainalysis, ein weiteres Analyseunternehmen, brachte den Angriff mit Nordkorea in Verbindung und gab an, Gelder aus dem Bitget-Diebstahl hätten sich mit Geldern von Binance vermischt, wie The Hacker News berichtete. Elliptic, ein drittes Unternehmen, sagte The Hacker News, es halte mit Nordkorea verbundene Akteure für verantwortlich, mahnte aber zur Vorsicht: Die Geldwäsche weiche von früheren Mustern ab, und die eigentliche Ursache sei noch nicht geklärt. Binance hat niemanden benannt und arbeitet nach eigenen Angaben mit Strafverfolgungsbehörden zusammen, um die Identität der Angreifer zu bestätigen.

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Die Summen der Firmen weichen voneinander ab: Chainalysis schätzte rund $5.912 Milliarden zum Zeitpunkt des Diebstahls, Elliptic $6.43 Milliarden.

Bitget traf es fünf Wochen zuvor auf ähnliche Weise

Am 24. September 2026 zogen Angreifer Geld von Bitget ab, und laut Bitget gelang ihnen das, indem sie den eigenen Freigabeprozess mit falschen Daten fütterten, ohne die privaten Schlüssel zu stehlen. Binance wiederum gibt an, keine Hinweise auf ein Schlüssel-Leck gefunden zu haben, und laut Chainalysis haben sich Gelder aus beiden Diebstählen vermischt.

BinanceBitget
Datum29. Oktober 202624. September 2026
Erbeuteter Betragrund $6.3 Milliarden$387.5 Millionen
VorgehenErste Erkenntnis: Ein kompromittierter Ingenieurs-Laptop könnte Zugang zu einem Service-Container geöffnet haben, der nicht freigegebene Auszahlungen auslöste; seither weitere Einfallstellen gefunden; keine Hinweise auf ein Schlüssel-LeckLaut Bitget wurde ein Backend-System kompromittiert und speiste falsche Daten in den Freigabeprozess ein; Schlüssel nicht gestohlen
Botschaft an die Kunden„Die Gelder der Nutzer sind sicher“; Verluste werden aus SAFU und Firmenmitteln gedecktGuthaben nicht betroffen; Schutzfonds deckt den Verlust

Laut Bitget enthält sein User Protection Fund $464 Millionen, wie TRM berichtet, also mehr als die $387.5 Millionen, die Bitget später als erbeutet angab (die erste Schätzung lag bei $351.6 Millionen). Bitget nahm Bitcoin-Auszahlungen innerhalb von vier Tagen wieder auf und plante andere Assets über die folgende Woche ein, beginnend mit Ether am 29. September. Der bei Binance erbeutete Betrag ist mehr als fünfmal so groß wie der SAFU-Fonds, das Versprechen der Börse hängt also an den Firmenmitteln, die sie nach eigenen Angaben zurückgelegt hat.

Solltest du deine Kryptowährung von der Börse abziehen?

Coins auf einer Börse sind ein Versprechen dieser Börse. Bitget sagte, die Guthaben seiner Kunden seien nicht betroffen, und Binance hat dasselbe versprochen. Wenn du deine Coins in deine eigene Wallet verschiebst, nimmst du die Börse aus der Gleichung, trägst aber das gesamte Risiko selbst.

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Eine Hardware-Wallet, die Ledger inzwischen „Signer“ nennt, bewahrt deine privaten Schlüssel offline auf, und du bestätigst jede Transaktion direkt auf dem Gerät. Der Haken ist die Wiederherstellungsphrase, die Wortliste, die du bei der Einrichtung aufschreibst. Ledgers eigener Leitfaden ist da unmissverständlich: Wenn du das Gerät verlierst und diese Phrase nicht hast, „ist deine Kryptowährung wirklich weg“.

Als Faustregel: Wenn du oft handelst oder einen Betrag hältst, dessen Verlust du verschmerzen könntest, kann sich der Komfort einer Börse lohnen. Wenn du Coins über Jahre hältst und der Betrag dir wichtig ist, nimmt eine Hardware-Wallet das Risiko eines Börsen-Hacks, wie du es gerade bei Binance und Bitget gesehen hast, aus der Gleichung.

Falls du deine Coins verschiebst, warte, bis Binance die Auszahlungen wieder freigibt, schicke dann zuerst einen kleinen Testbetrag und prüfe, ob er ankommt, bevor du den Rest überweist.

Zwei Hardware-Wallets für den Einstieg

Kaufe eine Hardware-Wallet beim Hersteller oder bei einem autorisierten Händler. Trezor nennt den eigenen Shop und vertrauenswürdige Wiederverkäufer „deine erste Wahl, um sicherzustellen, dass dein Gerät echt, unverändert und absolut legitim ist“. Die beiden Amazon-Links unten führen zu Angeboten, die Stand 30. Oktober 2026 von Ledger Official und Trezor Company verkauft werden, den eigenen Amazon-Shops der Marken. Die unten genannten Preise sind die Preise in den US-Shops der Hersteller; die Preise bei Amazon können abweichen.

Ledger Nano S Plus

Der Ledger Nano S Plus wird per USB-C mit einem Computer oder einem Android-Smartphone (Android 10 oder neuer) verbunden und hat einen 1.1-Zoll-Monochrombildschirm, auf dem du jede Transaktion bestätigst. Ledger führt ihn unter seinen „klassischen“ Signern für den Backup-Einsatz und gibt an, dass sein Bluetooth-Modell Nano X mit der iPhone-App funktioniert. Im Ledger-Shop kostete der Nano S Plus am 30. Oktober 2026 $69.

Preis auf Amazon prüfen

Trezor Safe 3

Auch der Trezor Safe 3 wird per USB-C verbunden, hat zwei Tasten und einen 0.96-Zoll-OLED-Bildschirm und schützt deine Schlüssel mit einem zertifizierten Secure-Element-Chip. Laut Trezors Produktseite gibt es unter iOS kein Tauschen, Senden, Einrichten und keine Geräteverwaltung, plane also einen Computer oder ein Android-Smartphone ein. Im Trezor-Shop war er am 30. Oktober 2026 mit $59 gelistet, im Angebot für $50.

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Fragen zum Binance-Hack

Haben Binance-Kunden durch den Hack Geld verloren?

Binance sagt, die Nutzergelder seien sicher, und hat versprochen, alle Verluste aus dem SAFU-Fonds und Firmenmitteln zu decken. Dafür hat die Börse nach eigenen Angaben mehr als $6.34 Milliarden zurückgelegt, und ihr Proof of Reserves soll die Nutzergelder verifizieren.

Wann sind Auszahlungen bei Binance wieder möglich?

Co-CEO Yi He schrieb laut FinanceFeeds am 30. Oktober um 04:17 Uhr UTC, Binance rechne damit, innerhalb der nächsten 48 Stunden mit der Wiederaufnahme der Auszahlungen zu beginnen. Das schriftliche Update von Binance nennt kein Datum. Einzahlungen funktionieren normal.

Wie viel wurde bei Binance gestohlen?

Binance schätzt rund $6.3 Milliarden, davon rund $3 Milliarden on-chain eingefroren. TRM Labs zählt rund $6.36 Milliarden und rund $2.7 Milliarden eingefroren, Stand 00:30 Uhr UTC am 30. Oktober.

Wer hat Binance gehackt?

TRM Labs schreibt den Angriff mit hoher Sicherheit der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu, derselben Gruppe, die das FBI für den Bybit-Hack verantwortlich machte. Auch Elliptic verweist auf mit Nordkorea verbundene Akteure, mahnt aber zur Vorsicht. Binance hat niemanden benannt.

Ist eine Hardware-Wallet sicherer, als Krypto auf einer Börse zu lassen?

Sie nimmt einen Börsen-Hack aus der Gleichung, aber um das Backup musst du dich selbst kümmern. In Ledgers Worten: Wenn du das Gerät verlierst und die Wiederherstellungsphrase nicht hast, „ist deine Kryptowährung wirklich weg“.

Quellen (14)

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